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Jeder Schritt in der digitalen Welt hinterlässt Spuren

Es ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten – Medienkompetenz von Jugendlichen und Erwachsenen muss gestärkt werden – Schwierige Abwägung zwischen Persönlichkeitsrechten und Recht auf Informati-onsfreiheit

13.03.2015

Einen lebhaften Schlagabtausch über Datenspeicherung und Datensicherheit im Internet lieferten sich der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz, Dr. Thomas Petri und die Jugenschutzbeauftragte von google Deutschland, Sabine Frank beim dritten „Treffpunkt Tacheles“ von Landtagsabgeordnetem Dr. Martin Huber.


Martin Huber verwies in seinem einleitenden Grußwort auf die Schwierigkeiten, die sich beim Datenschutz im Internet ergäben. Er berichtete von einem Zeitungsartikel über ein Prügelvideo, auf dem zu sehen ist, wie ein Junge von einem anderen verprügelt wurde. Ein Dritter filmte es, versendete es und es verbreitete sich rasend schnell via whatsapp. Die Bloßstellung dieses Jungen stellt exemplarisch dar, welche Gefahren im Internet lauern und wo Staat und Unternehmen eingreifen müssen. „Es kann nicht sein, dass Prügelvideos, Beleidigungen oder diffamierende Bilder jahrzehntelang im Netz verbleiben. Das zerstört Existenzen und darf nicht geduldet werden“, resümierte der Abgeordnete.

Er verwies gleichzeitig auf die positiven Seiten, die sich dadurch ergäben, dass die Digitalisierung durch technische Neuerungen wie zum Beispiel bei „intelligenten Haushaltsgeräten“ oder durch sogenannte intelligente Netze große Vorteile brächte. Dabei sei dennoch immer auf den Datenschutz zu achten, so Huber: „Wollen wir wirklich, dass gespeichert ist, wann wir unsere Wäsche waschen oder die Mikrowelle einschalten?“

Sabine Frank, Jugendschutzbeauftragte von google Deutschland erklärte, dass seit dem EuGH-Urteil zum „Recht auf Vergessenwerden“ bereits 280.000 Löschanfragen bei google eingegangen seien, die bearbeitet würden. Man lösche diese Anfragen, von sonstigen Filtern könne bei google allerdings keine Rede sein. Sie stellte zudem klar: „Es geht nicht um die Löschung der Inhalte, sondern um die Verknüpfung bei google. Wir können nur die Suchergebnisse löschen. Deshalb ist die Seite noch lange nicht vom Netz!“ Außerdem würden die Menschen ihre Vorteile genau kennen, wenn ihnen durch passende Werbung das passende Produkt angeboten werde.

Dem widersprach der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Dr. Thomas Petri. Die Menschen seien sich nicht genau bewusst darüber, welches Tun im Internet tatsächlich welche Ergebnisse produziere. Das abstrakte Wissen über Gefahren im Internet und die konkreten Handlungen stimmen nicht überein. Petri: „Wir denken in der analogen Welt und denken in einem viel kleineren Veröffentlichungszusammenhang. Das ist falsch! Was wir posten, sehen viel mehr Menschen, als wir uns vorstellen können.“

Die TED-Umfragen spiegelten die Meinungen im Publikum unter anderem zu der Frage nach der Schutzfunktion des Staates wieder. Auf die Frage: „Muss der Staat mehr Regeln für das digitale Leben aufstellen?“ antworteten 63 Prozent der Anwesenden mit „Regeln sind erforderlich, aber der Mensch hat auch eine eigene Verantwortung.“

Das wiederum brachte Martin Huber zu der abschließenden Feststellung, dass Bayern vorbildlich sei, was die Förderung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen angehe. „Etwa 200.000 Medienführerscheine sind seit der Einführung schon ausgestellt worden. In jeder Grundschule wird heutzutage schon mit Computer gearbeitet. Dies werden wir weiter ausbauen, um Kinder und Jugendliche vor Dingen zu schützen, die für ihre Augen nicht bestimmt sind.“

Dr. Martin Huber MdL

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